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Firmenarchiv von A - Z
A
Abarth
Carlo Abarth, am 15. November 1908 in Wien geboren,
kam in den vierziger Jahren nach Italien, wo er
zunächst - gemeinsam mit einem gewissen Ferdinand
Porsche - bei Cistitalia arbeitete. 1950 machte
er sich selbstständig und gründete Abarth
& Co. in Turin, eine kleine Firma, die sportliches
Zubehör und schon bald komplette Fahrzeuge
herstellte. Diese giftigen Autos (hauptsächlich
auf Fiat- und Simca-Basis) mit dem Skorpion im
Firmenemblem - dem Sternzeichen Carlo Abarths
- dominierten lange Jahre die Rennstrecken. Aber
trotz zahlreicher Erfolge (allein die Auspuffanlagen
erlangten Weltruhm) mußte 1971 die Autoproduktion
eingestellt und das Unternehmen in den Fiat-Konzern
eingegliedert werden. Carlo Abarth verstarb 1979.
Alfa Romeo
Auf dem Pariser Salon 1949 präsentierte Alfa
Romeo den 1900 - und leitete damit einen neuen
Abschnitt in der Firmengeschichte ein: Bis dahin
fertige die traditionsreiche, 1910 gegründete
Firma, neben Rennwagen extrem teure Straßenfahrzeuge
der Nobelklasse, die zwar in hohem Ansehen standen,
aber kaum Käufer fanden. Resultat: Das Mailänder
Unternehmen geriet in die Krise. Das sollte sich
erst ändern, als zeitgemäße Konstruktionen
lanciert wurden.
Alpine
Jean Rédélé, Rallyefahrer
und Besitzer einer Renault-Niederlassung im französischen
Dieppe, konnte schon 1952 sein erstes eigenes
Auto auf die Räder stellen. Es hieß
Alpine A 106 und basierte - für Rédélé
eine Selbstverständlichkeit - auf dem Renault
4 CV. Bis aber sowas wie eine Serienanfertigung
anlief, sollten Jahre vergehen. Dann allerdings
stellten sich rasch Erfolge ein, denn die kleinen
Renner erwiesen sich als extrem wetrbewerbstauflich.
Später wurde die Firma von Renault übernommen.
Alvis
Die 1919 in Warwickshire gegründete Firma
machte vor allem in den dreißiger Jahren
von sich reden. Durch hochkarätigem sehr
sportliche Automobile, die preislich wie leistungsmäßig
dicht an die Bentleys heranreichten. Nach dem
Zweiten Weltkrieg knüpfte die Firma - unterstützt
von Alec Issigonis, der später als Konstrukteur
des Mini Weltruhm erlangen sollte - an diese Tradition
an und lancierte eine Reihe prachtvoller Automobile,
nach denen die Nachfrage freilich mehr und mehr
zurückging. 1965 kam Alvis unter Rover-Kontrolle
und stellte zwei Jahre später die PKW-Produktion
ein.
AMC
Bereits 1954 hatten sich Nash und Hudson zur American
Motors Corporation vereinigt, um künftig
das bisherige Modell Rambler nun als eigene Marke
anzubieten. Nicht für lange: Bereits 1966
lancierte man seine Produkte unter dem Namen American
Motors (oder AMC) - in der Hoffnung, den "Großen
Drei" (General Motors, Ford und Chrysler)
besser paroli bieten zu können. Vergeblich:
Mittlerweile ist American Motors vom Markt verschwunden.
Amphicar
Der Amphicar war das geistige Kind von Hans trippel,
einem Experten auf dem Gebiet "seegängiger"
Kraftfahrzeuge. Leider hatte er wie viele Konstrukteure
und Tüftler jede Menge guter Ideen, aber
leider nicht das nötige Geld, um sie zu realisieren.
Mit dem Amphicar allerdings war es anders. Er
fand im Großindustriellen Harald Quandt
einen finazkräftigen Lizenznehmer. Das Auto,
das Trippel ursprünglich als Eurocar Alligator
vorgestellt hatte, wurde erst in Lübeck,
dann in Berlin gebaut und von einer eigenen Vertriebsgesellsschaft
ausgeliefert.
Aston Martin
Zu den berühmtesten Sportwagen-Fabrikaten
der Welt zählt ohne Frage Aston Martin. 1914
von Lionel Martin und Robert Bamford gegründet,
wurde das Unternehmen 1947 von Traktoren-König
David Brown übernommen - womit gleichzeitig
die Abkürzung "DB" in der Typenbezeichnung
aller Modell bis 1972 erklärt ist.
Audi
Mit Audi lebte Mitte der sechziger Jahre eine
berühmte deutsche Automarke wieder auf. Firmenpolitischer
Hintergrund: Daimler-Benz verkaufte die 1958 erworbene
Auto Union GmbH 1965 an das Volkswagenwerk, wo
man noch im selben Jahr den ersten, schlicht Audi
genannten Wagen lancierte. Mit beachtlichem Erfolg:
Audis sind aus unserem heutigen Straßenbild
nicht mehr wegzudenken.
Austin
Herbert Austin, vorher bei Wolseley tätig,
gründete 1906 die Austin Motor Co. Ltd.,
die bis ende 1951 auf eigenen Füßen
stand, sich dann aber mit der Nuffield Group (Morris,
MG, Riley und Wolseley) zur British Motor Corporation
zusammenschloß. Wodurch Europas größter
Autokonzern entstand. Der Typenvielfalt tat das
nicht gut: Viele eigenständige Konstruktionen
verschwanden mit der Zeit bzw. wurden durch "Einheitsmodelle"
ersetzt.
Austin Healey
Donald M. Healey, Sportfahrer, Entwicklungs-Ingenieur
bei Riley, Humber und Triumph, hatte schon seine
Karriere als Autoproduzent hinter sich, als er
1952 auf der Earls Court Motor show den Prototyp
eines hinreißend geformten, auf Austin-Mechanik
basierenden Sportwagens zeigte. BMC-Chef Leonard
Lord war von diesem Auto so begeistert, dass er
Donald Healey sofort sämtliche Rechte an
dem Projekt abkaufte und damit den Grundstein
zu einer langwährenden, sehr erfolgreichen
Zusammenarbeit zwischen Austin und Healey legte.
Autobianchi
Autobianchi, 1899 in Mailand gegründet und
später in der Versenkung verschwunden, wurde
1955 durch Fiat und den Reifenhersteller Pirelli
zu neuem Leben erweckt. Mit Erfolg: Die kleinen
Autos zum größten Teil Fiat-Modelle
im Sonntagsanzug - verkauften sich gut, vor allem
natürlich in ihrem Heimatland. Mittlerweile
befindet sich Autobianchi unter Lancia-Regie.
AWS
Eigentlich keine so schlechte Idee: Ein Auto wie
aus dem Stabilbaukasten. Preiswert herzustellen,
praktisch und nicht zuletzt als Alternative für
die alte Führerscheinklasse 4 Klientel gedacht,
verzichtete der AWS auf jegliche ästhetische
Gestaltung. Das von einem ehemaligen Borgward-Vertreter
in Oberhöchstadt erdachte Minimalauto auf
Goggomobil-Basis wurde zunächst als Piccolo
in Oberbessingen, dann als Shopper in Berlin hergestellt.
B
Bentley
Verhältnismäßig spät - nämlich
1920 - von dem begnadeten Konstrukteur Walter
Owen Bentley gegründet, sorgten die nach
ihrem Schöpfer benannten Autos sofort für
Furore - nicht nur in der feinen Welt, sondern
auch auf der Rennstrecke. Allein die berühmten
24 Stunden von Les Mans wurden fünfmal gewonnen.
Aber schon wenige Jahre später geriet die
Firma in die Krise und wurde 1933 von Rolls-Royce
übernommen. Damit blieb Bentley den Autofreunden
erhalten, verlor aber mehr und mehr das eigene
Profil.
Berkeley
Laurie (eigentlich Lawrence) Bond hieß der
Konstrukteur der beim Wohnwagen-Hersteller Berkley
Coachworks gebauten kleinen Renner, die mit drei
oder vier Rädern und einem ebenso intelligenten
wie ungewöhnlichen Kunststoff-Aufbau daherkamen.
Von Motorrad-Motoren angetrieben, waren diese
Leichtgewichte höllisch schnell und, wie
ein englischer Tester vermerkte, "eine Herausforderung
an den Mut und die Klugheit des Fahrers".
Bitter
Erich Bitter aus Schwelm war auf Abarth und Opel
Rennen gefahren und hatte als treibende Kraft
hinter dem Intermeccanica Indra, der technisch
auf dem Opel Diplomat basierte, erste Erfahrungen
in der Autoindustrie sammeln können. Er wußte
also, was ih als Autobauer erwartete -hat sich
trotz regelmäßig wiederkehrender Rückschläge
und den damit verbundenen Zwangspausen nicht unterkriegen
lassen.
Bizzarrini
Dr. Giotto Bizzarrini setzte sich sein eigenes
Denkmal als Konstrukteur bei Ferrari, wo er an
der Entwicklung des legendären 250 GTO beteiligt
war. 1961 verließ er im Zorn die oberitalienische
Edelschmiede und machte sich sofort selbstständig,
gründete Bizzarrini S.p.A. in der Via Lulli
1 zu Livorno und beglückte die Sportwagenwelt
mit hochkarätigen Boliden, die
preislich wie leistungsmäßig zur Spitze
zählten. 1969 kam das Aus für die kleine
Firma.
BMW
Die Nachkriegszeit stellte sich für die Bayerischen
Motorenwerke als besonders düster dar. Im
April 1945 etwa war der Führerbefehl "Tilly"
ergangen, der die Sprengung des Münchener
Stammwerkes vorsah, kurze Zeit später wurde
von der amerikanischen Besatzungsmacht die komplette
Demontage der Fabrikanlage gefordert. Beides konnte
Kurt Donath, BMW Chef in jener schweren Zeit,
verhindern. Donath war es auch, der die Herstellung
von Kochtöpfen verordnete und so BMW über
die ersten Nachkriegsjahre hinwegrettete. Bis
im April 1951 der staunenden Öffentlichkeit
wieder ein Auto vorgestellt werden konnte.
Bond
Laurie Bond, der für die Konstruktion der
Berkeley verantwortlich zeichnete, schuf auch
jene kleinen Dreiräder, die seit 1949 gebaut
wurden und seinen Namen trugen. Mitte der sechziger
Jahre gesellten sich "richtige" Autos
mit vier Rädern dazu, die in kleinen Stückzahlen
bis 1971 das Auto-Angebot bereicherten. Schon
zwei Jahre früher, 1969, war die Firma von
Reliant übernommen worden.
Borgward
Carl F. Borgward gelang es nicht nur, sein Firmen-Imperium
mit den Marken Borgward, Goliath und Lloyd über
den Zweiten Weltkrieg zu retten, sondern sich
obendrein die Unabhängigkeit zu erhalten.
Eine geschichte Modellpolitik und unbestreitbare
Qualität konnten nicht verhindern, dass gegen
Ende der 50er Jahre die Firmengruppe ins Schleudern
kam. Alle Rettungsversuche sollten sich als vergeblich
erweisen: Im September 1961 erfolgte der endgültige
Zusammenbruch.
Buick
Die 1903 von David Buick gegründete Firma
gehörte seit 1908 zu General Motors, zählte
also zu den "Gründungsmitgliedern"
des Konzerns. Mit in einigen Punkten fortschrittlichen
Merkmalen - Buick hatte sich etwa den ohv-Motoren
verschrieben - rangierte die Autos aus Flint/Michigan
preislich direkt unter Cadillac, der Nobelmarke
von GM. Und verkauften sich dafür sehr gut,
was nicht zuletzt am sehr teuren Kundenstamm der
Firma lag.
C
Cadillac
Cadilac, bei General Motors zuständig für
die Luxuswagen, hatte gegenüber Lincoln und
Imperial (den Nobelmarken von Ford bzw. Chrysler)
in Sachen Käufergunst stets die Nase vorn.
Daran änderte nicht mal die Tatsache etwas,
dass die US-Präsidenten Lincoln fuhren. Cadillac
versuchte immer wieder mit ungewöhnlichen
Autos an die Öffentlichkeit heranzutreten.
Champion (Maico)
1948, als der Kleinwagen-Boom in Westdeutschland
langsam auf Touren kam, erschien ein von Hermann
Holbein entworfener kleiner Zweisitzer auf dem
Markt, der von seinen Schöpfern kühn
Champion genannt wurde. Leider erwies sich bei
der Namensgebung der Wunsch als Vater des Gedankens:
Eher als Verlierer denn als Sieger erlebte der
Champion eine wechselolle Laufbahn unter mehreren
Herstellern, die allesamt nicht mal 12.000 Fahrzeuge
zustande brachten.
Checker
Checker, in Kalamazoo/Michigan ansässig,
baute Autos, die sich radikal von allen übrigen
Produkten der amerikanischen Autoproduktion unterschieden:
Statt Chrom, Flossen und schnellen Modellwechsel
setzte man bei Checker auf Langlebigkeit, größtmöglichen
Alltagstauglichkeit und einen geräumigen
Innenraum. Dagegen legte man auf ein modisches
Blechkleid kaum wert. Der Grund für diese
ungewöhnliche Firmenpolitik: Checker baute
über Jahrzehnte hinweg ausschließlich
Taxis und lancierte erst 1960 den ersten "zivilen"
Personenwagen. Leider mußte die Firma in
den frühen 80er Jahren die Produktion einstellen.
Chevrolet
Seit einem halben Jahrhundert liegt Chevrolet
mit Ford in erbittertem Kampf um Platz 1 der jährlichen
Zulassungsstatistik - ein Kampf, aus dem fast
immer Chevrolet als Sieger hervorgeht. Das 1911
gegründete und sechs Jahre später von
General Motors übernommene Unternehmen fertigt
innerhalb des Konzerns die preisgünstigen
"Brot- und Butter"- Autos, was freilich
nicht heißt, dass nicht immer wieder bemerkenswerte
Kreationen darunter waren. Immerhin kommt amerikas
Sportwagen Nr. 1, die Corvette von Chevrolet
Chrysler
In den fünfziger und sechziger Jahren war
Chrysler Corporation mit den Marken Chrysler,
De Solo, Dodge, Imperial undPlymouth gut im Geschäft,
wobei Plymouth -ö als direkte Konkurrenz
zu Chevrolet und Ford - sich meist auf Platz 3
der Zulassungsstatistik befand. Was nich zuletzt
ein Verdienst der ungewöhnlichen Autos war,
die sich im Programm befanden.
Citroen
André Citoen gründete 1919 die Marke,
die mit dem Doppel-Winkel im Firmen-Emblem auf
die Vergangenheit als Getriebe-Hersteller hinwies.
Die gut durchkonstruierten Fahrzeuge fanden rasch
Anklang, ohne dabei technischen Leckerbissen zu
bieten. Das änderte sich 1934 mit Einführung
des legendären TractionAvant, der den Frontantrieb
salonfähig machte. André Citroen war
da schon nicht mehr Chef der von ihm gegründeten
Firma: Mißmanagement hatte zu einer schweren
Krise geführt, die aus eigener Kraft nicht
behoben werden konnte. Die Lösung: Reifenhersteller
Michelin übernahm Citroen.
D
Daf
Nach dem Zweiten Weltkrieg leistete Van Doorne's
Automobilfabrik NV (daf) Hollands einzigen erwähnenswerten
Beitrag zur Autoproduktion. Vielleicht fühlte
man sich bei Daf deshalb verpflichtet, etwas Originelles
auf die Räder zu stellen - ein Anspruch,
den man durchaus erfüllte.
Daimler
Dieses alte, ehrwürdige Unternehmen - 1893
als Daimler Motor Syndicate mit dem Ziel gegründet,
Motoren nach Patent von Gottlieb Daimler in Lizenz
zu bauen - überraschte immer wieder durch
fortschrittliche Konstruktionen: Beispielsweise
führte man schon 1931 die hydraulische Kupplung
ein. Trotzdem gab man sich natürlich traditionsbewußt
und stieg in den dreißiger Jahren mit bemerkenswerten
Automobilien in die absolute Luxusklasse auf,
wurde sogar zum alleinigen Hoflieferanten ernannt.
Leider lief es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht
mehr so gut: Die Firma sackte in die roten Zahlen
und wurde 1960 von Jaguar übernommen.
Delage
Die von Louis Delage 1905 gegründete Firma
hatte sich ebenso teuren wie sportlich-luxuriösen
Fahrzeugen verschrieben. Obwohl im Rennsport erfolgreich
und von Prominenten gefahren, florierten die Geschäfte
nicht. Delage wurde 1935 von Delahaye übernimmen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das endgültige
Aus: Der Siegeszug der selbsttragenden Karosserien
raubte kleinen Exklusiv-Herstellern ihre Existenzgrundlage,
die unsinnige französische Luxussteuer tat
ein übriges: 1954 mußte man aufgeben.
DKW / Auto Union
Zwischen den beiden Weltkriegen lag DKW mit dem
Bau und Verkauf kleiner, qualitätiv hochwertiger
Autos gut im Geschäft und hätte auch
nach 1945 vermutlich recht schnell wieder mit
der Produktion beginnen können, hätte
nicht die alten Fertigungsanlagen in Thüringen
und damit in der Sowetisch Besetzten Zone gelegen.
So konnte erst im Januar 1^949 die Auto Union
GmbH ins Handelsregister von Ingolstadt eingetragen
und ein Jahr später die ersten Autos in einem
Werk in Düsseldorf gebaut werden. Nur acht
Jahre später - 1958 - übernahm Daimler-Benz
die Aktienmehrheit, verkaufte aber 1965 wieder
an VW.
Dodge
Dodge, innerhalb des Chrysler-Konzerns zwischen
Plymouth und De Soto angesiedelt, überraschte
eigentlich nur zu Beginn der fünfziger Jahre
mit spektakulären Konstruktionen, als Star-Designer
Virgil Exner einige ungewöhnliche Showcars
- wie den Dodge Firearrow - entwarf und bei Ghia
in Turin einkleiden ließ. Ansonsten gab
man sich eher bieder und versuchte, mit der jeweiligen
Moderichtung Schritt zu halten. Immerhin ging
man 1960 - früh für amerikanische Verhältnisse
- zur selbsttragenden Bauweise über.
E
Enzmann
Die Schweiz hat viel zu bieten - nur keine Automarken.
Folglich staunten die Besucher der Internationalen
Automobil-Ausstellung in Frankfurt im September
1957 nicht schlecht, als ihnen ein schicker Sportwagen
aus dem Eidgenössichen präsentiert wurde.
Vater und Sohn Enzmann, Multi-Unternehmer der
ältere, Arzt der jüngere - hatten ihn
auf die Räder gestellt und ihm ihren Namen
gegeben. Noch erstaunlicher war freilich, dass
sie sogar eine Kleinstserie in Gang brachten.
Excalibur
Excalibur der Mitte der sechziger Jahre präsentiert
wurde. Diese von Brooks Stevens geschaffene Marke
perfektionierte die Kombination von moderner Großserientechnik
mit "altertümlichem" Aussehen -
sehr zur Freude der meist in und um Hollywood
ansässigen Kundschaft.
F
Facel Vega
Nur zehn Jahre lang - von 1954 bis 1964 - stellte
Jean Daninos Autos her - aber was für welche.
Mit ihrem fetten V8-Triebwerken amerikanischer
Herkunft zählten die ebenso exklusiven wie
bärenstarken Nobelautos zum Schnellsten,
was man kaufen konnte. Trotzdem ging es mit Facel
(Forges et Ateliers de Construction d'Eure et
Loire) bergab - ironischerweise durch jenen kleinen
Facel Vega, mit dem sich Daninos neue Käuferschichten
erschließen wollte. Zu Beginn der fünfziger
Jahre baute die Firma Karosserien etwa für
Simca.
Ferrari
Dass es faszinierende Autos auf der Welt gibt,
wird niemand leugnen, dass Ferrari dazuzählt,
erst recht nicht. Woher aber diese fast schon
an Hysterie grenzende Begeisterung kommt, die
in sich überschlagenden Preise für die
edlen vierrädrigen Geschöpfe aus Maranello
am deutlichsten wird, hat bisher niemand ergründet.
Alleine an der schillernden Persönlichkeit
Enzo Ferraris kann es nicht liegen, ebensowenig
an den unzähligen Weltmeisterschaften und
Rennsiegen, die man einheimste, oder am V12-Motor.
Auch hier macht es die Mischung aus vielen Faktoren,
die den Mythos Ferrari bedingt.
Fiat
Fiat, der im italienischen Turin ansässige
Auto-Gigant, verkaufte seine Produkte auch bei
uns hervorragend. Lange Zeit durch seinen deutschen
Ableger NSU-Fiat vertreten, versuchte die "Fabbrica
Italiana Automobili Torino" in allen Klassen
präsent zu sein. Das gelang, allerdings zeigte
sich, dass die Italiener stets in der mittleren
und vorallem kleinen Klasse am erfolgreichsten
waren.
Ford
Wie mancher große Konzern ließ auch
die mächtige Ford Motor Company einige ihrer
Produkte in Deutschland fertigen: So entstand
seit 1925 das berühmte Ford Modell T in Berlin.
Aber die Amerikaner wollten eine eigenständige
Fabrikation. Also reiste Auto-König Henry
Ford, der nicht nur durch seine Autos, sondern
auch durch seine wirtschaftspolitischen Theorien
weltberühmt geworden war, höchstpersönlich
nach Köln-Niehl, um am 2. Oktober 1930 gemeinsan
mit Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer
den Grundstein für die neuen Ford-Werke zu
legen. Schon kurze Zeit später rollten die
ersten Autos vom Band.
Fuldamobil
Wie viele unternehmenslustige Herren versuchte
auch Nobert Stevenson, Anfang der 50er Jahre mit
einem Kleinstwagen ins Geschäft zu kommen.
Das gelang dem Konstrukteur, allerdings mit nur
bescheidenem Erfolg: Die erst drei-, dann vierrädrigen
Wägelchen wurden zunächst ausschließlich
beim Elektromaschinenbau Fulda, später gleichzeitig
noch bei NWF in Wilhelmshaven gefertig. Ohne freilich
große Stückzahlen zu erreichen. Daran
änderte auch York Nobel nichts, der das Auto
in England in Lizenz baute.
G
Gilbern
Nicht in England, sondern in Wales entstanden
jene attraktive Fahrzeuge, die unter dem Markennamen
Gilbern sich an sportlich ambitionierte Leute
mit erhöhten Platzansprüchen wandten.
Von den Herren Giles Smith und Bernard Friese
- daher der Name - 1959 gegründet, hielt
sich die in Llantwit/Pontypridd ansässsige
Gilbern Sports Car Ltd. bis 1973 im Geschäft,
dann miußte man die Fabriktore schließen.
Ginetta
Vielleicht waren die "Fratelli" Maserati
das Vorbild für die Walklett Brüder
Bob, Daouglas, Ivor und Trevor, jedenfallst starteten
die vier bereits 1957 eine kleine Autoschmiede
in Woodbridge, Suffolk, die 1962 - nun unter dem
Namen Ginetta Cars Ltd. - nach Witham, Essex,
verlegt wurde. Das Erstaunlichste an der Sache:
Ginetta gibt es heute noch (nun aber in Scunthorpe,
South Humberside)
Glas
Es war eine Karriere wie aus dem Wirtschaftswunder-Bilderbuch:
Innerhalb von wenigen Jahren hatte sich die in
Dingolfing gelegene Hans Glas GmbH von Landmaschinen-Hersteller
zum angesehenen Autoproduzenten gemausert. Der
Weitblick von Seniorchef Hans Glas machte es möglich:
Ihm war klar, dass in der jungen Bundesrepublik
die Nachfrage nach Motorrollern und Kleinwagen
sprunghaft steigen würde - also bot man die
entsprechenden Fahrzeuge an. Und hatte großen
Erfolg. Der Versuch freilich, in der Mittel- oder
gar Luxusklasse Fuß zu fassen, scheiterte.
Ende 1966 wurde die Firma von BMW übernommen.
Goliath
Die zum Borgward-Konzern gehörende Goliath-Werk
GmbH wurde von Carl. F. Borgward 1948 gegründet
- die Ursprünge der Marke gehen freilich
auf das jahr 1914 zurück, als die Hansa-Lloyd-Werke
entstanden. Diese Firma schloß sich 1931
wiederum mit Goliath zu den Hansa-Lloyd &
Goliath-Werken zusammen, aus denen nach dem Kriege
Borgward, Lloyd und eben Goliath hervorgehen sollten.
In den fünfziger Jahre rangierte die Marke
zwischen Lloyd und Borgward und verschwand wie
diese nach der Borgward-Pleite von der Bildfläche.
H
Heinkel
Wie viele deutsche Flugzeug-Konstrukteure, die
nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst arbeitslos
waren, versuchte sich auf Professor Ernst Heinkel
mit einem von ihm konstruierten und gebauten Kabinenroller.
Das Erstaunliche daran: Obwohl seine Kabine formal,
aber auch in technischen Details der Isetta ähnelte,
legte BMW gegen den Bau dieses kleinen Fahrzeugs
kein Veto ein.
Hillman
Back to the roots: Die Wurzeln von Hillmann reichen
bis ins Jahr 1907 zurück, als die Herren
William Hillman und Louis Coatalen die Hillman.Contalen
Motor Car Co Ltd. in Coventry gründeten.
21 Jahre später wurde die Firma dem Konzern
der Brüder William und Reginald Roots einverleibt,
wo sie vis 1976 blieb. Dann verschwand die Marke,
nachdem 1964 Chrysler die Mehrheitsanteile von
Rootes erworben hatte. Was von der einst kerngesunden
Rootes-Firmengruppe übrig blieb, wechselte
1979 erneut den Besitzer: Chrysler verkaufte an
Peugeot.
Honda
Soichiro Honda hatte mit dem Bau von Motorrädern
ein Weltunternehmen geschaffen, als es sich 1962
entschloß, in die Autoproduktion einzusteigen.
Er fing das sehr geschickt an, denn etwa gleichzeitig
mit dem Beginn der Serienfertigung ließ
Honda Formel-1 Rennwagen, die von V12-Triebwerken
angetrieben wurden, an den Start gehen. Das sorgte
natürlich gleich für das richtige Image,
auch wenn die ganz großen Triumphe den Formel-Wagen
versagt blieben.
I
Intermeccanica
Contruzione Automobili Intermeccanica, ein nahe
Turin gelegenes kleines Unternehmen, hatte sich
auf die Konstruktion und Bau von Kleinserien spezialisiert.
Dabei verfügte man über erstaunlich
gute Kontakte zu den Vereinigten Staaten, fertigte
etwa für das ehrgeizige Apollo-Sportwagenprojekt
in den frühen sechziger Jahren die Aluminium-Karosserien.
Später stellte man Hochleistungs.Sportwagen
in eigener Regie her, die zunächst von Ford,
dann von General-Motors-Triebwerken beflügelt
werden.
J
Jaguar
Die britische Nobelmarke Jaguar - von sir William
Lyons in den dreißiger Jahren gegründet
- firmierte anfangs unter dem Kürzel S.S.
(Swallow Sidecar). Erst nach 1945 avancierte die
Typenbezeichnung Jaguar zum Markennamen - aus
dem einfachen Grund, weil jede Erinnerung an die
Hitlersche SS vermieden werden sollte. Lyons hatte
sofort Erfolg mit seinen wundervoll geformten,
schnellen und dabei relativ preisgünstigen
Automobilen - vor allem in den USA, dem neuen
gelobten Sportwagen-Land.
K
Kleinschnittger
Paul Kleinschnittger, einer der ideenreichsten
Konstrukteure der Nachkriegszeit, sorgte für
einige bemerkenswerte Schöpfungen, als der
Roller- und Kleinwagenboom so richtig auf Touren
kam- etwa für einen Motorroller, für
den es gegen Aufpreis eine zweiteilige Luftmatraze
gab, mittels der - rechts und links am Fahrzeug
befestigt - sogar der Betrieb zu Wasser möglich
sein sollte. Ob es jemand versuchte, ist nicht
überliefert.
L
Lagonda
Nachdem Walter Owen Bentley mit seiner eigenen,
nach ihm benannten Marke gescheitert war - für
Kenner der Materie mußte das so kommen:
Die Autos waren einfach zu gut, als dass man mit
ihnen hätte viel verdienen können, trat
er als Chefkonstrukteur bei Lagonda ein. Diese
schon 1906 vom Amerikaner Wilbur Gunn im englischen
Staines gegründete Nobelmarke fertigte erlesene
Automobile technisch aufwendig und sehr teuer.
1947 geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten
und wurde von Aston-Martin-Besitzer David Broen
aufgekauft.
Lamborghini
Ferrucci Lamborghini, einbegüterter Industrieller
aus Oberitalien war von sämtlichen Hochleistungs-Sportwagen,
die er sich im Lauf der Zeit zulegte, wenig angetan
- so wenig, dass er beschloß, es besser
zu machen. Also stampfte er in Sant'Agata Bolognese
eine supermoderne Autofabrik aus dem Boden, heuerte
namhafte Konstrukteure an - Giotto Bizzarrini
etwa, der sich von Ferrari im Zorn getrennt hatte,
oder Giampaolo Dallara - und ließ die Produktion
anlaufen.
Lancia
Vincenzi Lancia gründete 1906 die Fabbrica
Automobili Lancia e Cia in Turin, ein Unternehmen,
das sich vor allem mit dem Anfang der zwanziger
Jahre gezeigten Lambda einen Namen machen sollte.
Bereits mit selbsttragender Karosserie und Vierradbremse
ausgerüstet, wartete dieses Modell mit einer
Reihe von Merkmalen auf, die lange Jahre typisch
für diese hochwertiegen Autos sein sollte:
vertikal angebrachte vordere Schraubenferdern
etwa und ein V-Motor mit kleinen Zylinderwinkel.
1969 kam Lancia unter Fiat-Fittiche.
Lincoln
Henry M. Leland kam von Cadillac, als er 1921
eine eigene Konstruktion unter der Bezeichnung
Lincoln lancierte. Leider ging das Experiment
nicht gut aus, denn das in Detroit/Michigan ansässige
Unternehmen geriet in Bedrängnis und wurde
schon 1922 von der Ford Motor Co. geschluckt.
Fortan sorgte Lincoln für die Luxusfahrzeuge
des Konzerns, mit einer Ausnahme: 1956 hatte man
ein Continental genanntes Luxus-Coupé geschaffen
und zur eigenen Marke - der Continental Division
- erhoben.
Lloyd
Es waren durchaus fortschrittliche kleine autos,
die die zur Borgward-gruppe gehörenden Lloyd
Motoren Werke GmbH in Bremen herstellten. Robus
und solide gebaut, dazu nett anzuschauen, erfreuten
sie sich zurecht großer Beliebtheit. Das
unvermeidliche Kleinwagen-Image sollte sich allerdings
als immer größerer Hemmschuh erweisen,
wie die arabella deutlich zeigte. 1961 mußte
man die Produktion einstellen. Die Borgward-Pleite
riß natürlich auch Lloyd mit in die
Tiefe.
Lotus
Der Name Lotus ist untrennbar mit Colin Chapman
verbunden, dem 1983 plötzlich verstorbenen
Firmengründer und Konstrukteur. Chapman hatte
als 19-jähriger Student der Technischen Universität
London sein erstes Auto, einen Gelände-Sportwagen,
gebaut und dieses Gefährt im Lauf der Zeit
so perfektioniert, dass seine damalige Freundin
anregte, eine kleine Serienfertigung davon anlaufen
zu lassen. Chapman ließ sich überzeugen
und gründete 1952 die "Lotus Engineering
Company". Mit überwältigendem Erfolg,
wie etwa Formel1-Weltmeisterschaften und hochkarätige
Sportwagen belegen.
M <
Maserati
Neben Ferrari war Maserati der italienische Super-Sportwagen
schlechthin. Die kleine Firma, die den Dreizack
des Neptun im Firmenemblem führte, wurde
1926 von den Maserati-brüdern Alfieri Bindo,
Ernesto und Ettore ins Leben gerufen. aber schon
11 jahre später ins Industrie-Imperium der
Orsinis eingegliedert. Die Firma, von der Ende
der sechziger Jahre Citroen die Mehrheitsanteile
erwarb, stand stets etwas im Schatten von Ferrari.
Mercedes-Benz
Die meisten Automobilliebhaber sind sich darüber
einig, dass Daimler-Benz 1886 das erste Auto der
Welt baute. Ganz so einfach lagen die Dinge allerdings
nicht, denn zunächst arbeiteten Gottfried
Daimler in Cannstatt und Carl Benz in Mannheim
unabhängig voneinander an ihren kühnen
Plänen. Erst am 29. Juni 1926 schlossen sich
ihre beiden Firmen zur Daimler-Benz AG zusammen
- und erst da stellten sich die ganz großen
Erfolge ein. Heute nimmt Mercedes eine Spitzenstellung
ein.
Messerschmitt
Der Initiator des Messerschmitt hieß Fritz
Fend, ein in Rosenheim lebender Ingenieur, der
eigentlich aus der Flugzeugbranche kam. Da sich
auf diesem Gebiet im Nachkriegs-Deutschland zunächst
nichts tat, verlegte sich Fend auf den Bau von
Kriegsversehrten-Fahrzeugen, bei deren Herstellung
er aerodynamische Gesichtspunkte ebenso in den
Vordergrund stellte wie konsequenten Leichtbau.
Die gleichen Prinzipien kennzeichneten denb zunächst
von Messerschmitt, dann von FMR gebauten Kabinenroller.
MG
Zu den berühmtesten Sportwagen-Marken überhaupt
zählt MG, jene englische Firma mit dem achteckigen
Firmenemblem, die ihre Bezeichnung aus der abkürzung
Morris-Garage herleitet. Von Cecil Komber, der
1923 seinen ersten MG fertigte, gegründet,
wurde MG in die Nuffiel Group, das Industrie-Imperium
von Sir William Morris, eingegliedert. Den nächsten
wichtigen schritt in der Firmengeschichte markiert
das Jahr 1951, als Austin und die Nuffield Group
sich zu BMC zusammenschlossen. Dieser Konzern
blieb bis Mai 1968, als British Leyland entstand,
bestehen.
Mini
Dieses geniale von Sir Alec Issigonis entworfene
kleine Auto war zu seiner Zeit um Jahr voraus
und bestimmte schon damals das noch heute gültige
Kleinwagenkonzept. Als noch die Heckmotor-Bauweise
im Kleinwagenbau dominierte, setzte Issigonis,
der schon Morris Minor entworfen hatte, als einen
vorne querliegenden Vierzylinder mit direkt darunter
angeordnetem Viergang-Getriebe. Dazu kamen Frontantrieb
und eine Karosserie, die selbsttragend, aber mit
vorderem und hinterem Hilfsrahmen von winzigen
10-Zoll-Rädern begrenzt wurde.
Monteverdi
Wer Monteverdi heißt, kann eigentlich nur
zwei Dinge tun: Musik komponieren oder Luxusautos
bauen. Peter Monteverdi entschied sich für
die zweite Möglichkeit - schließlich
hatte sein direkter Vorfahre Claudio Monteverdi
(1567-1643) mit seinem musikalischen Werk dem
Familiennamen bereits klangvolle Bedeutung verschafft.
N
NSU
Ende der zwanziger Jahre errichtete NSU in Heilbronn
ein nagelneues Autowerk, das von Fiat kurzerhand
gekauft und lange Jahre betrieben wurde. Dort
entstanden als NSU-Fiat angeboten, bestimmte Typen
des italienischen Großkonzerns. Wenigstens
formal behielt sich die Firma Eigenständigkeit
vor und stellte einige adrette Sondermodelle auf
die Räder. Die Autos aus Heilbronn firmierten
seit Mitte der sechziger Jahre unter der Bezeichnung
Neckar, um Verwechslungen zu NSU, wo ebenfalls
wieder Autos gebaut wurden zu vermeiden.
O
Opel
Die Firma steht seit Ende der zwanziger Jahre
unter amerikanischer Kontrolle. Im März 1929
erwarb General Motors 80 % der Opel-Aktien für
knapp 26 Millionen Dollar. Opel geriet in der
folgezeit kräftig in den Aufwind und konnte
1940 den Bau des einmillionsten Opel vermelden.
Kurze Zeit später mußte die PKW-Produktion
gestoppt werdenm erst 1946 wurde sie in bescheidenem
Rahmen wiederaufgenommen. Man erstellte den Blitz
im schwer beschädigten Werk Rüsselsheim,
während das in der sowjetischen Zone liegende
Werk Brandenburg endgültig verloren war.
P
Peugeot
Wie Panhard ist Peugeot eine sehr alte Autofabrik,
deren Wurzeln ins Jahr 1889 zurückreichen.
Peugeot hatte sich mit konservativ konstruierten
und solide gebauten Automobilen einen guten Namen
gemacht. Die Käufer wußten dies zu
schätzen- und so liegt man hervorragend im
Geschäft. Mittlerweilse ist Peugeot Teil
des PSA-Konzerns (neben Talbot und Citroen).
Porsche
Zu jenen Konstrukteuren, die die über einhundertjährige
Geschichte des Automobils entscheidend geprägt
haben, gehört ohne Zweifel der am 3. September
1875 geborene Dr. Ferdinand Porsche, zu den renommiertesten
Automarken der Welt die von ihm 1948 gegründete
und nach ihm benannte Sportwagenschmieden die
heute ihren Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen hat.
Kurioserweise war für den ersten, heute Porsche
Nr. 1 genannten Wagen nicht Ferdinand, sondern
sein Sohn Ferry verantwortlich, auch hatte man
bei dieser Konstruktion nicht das klassische,
firmentypische Heckmotor-Prinzip verwirklicht,
sondern auf Mittelmotor-Bauweise gesetzt.
R
Renault
Louis Renault stellte seine erste Kontruktion
schon 1898 auf die Räder und führte
seine Firma mit sehr unterschiedlichen Autos zum
erfolg. Nach seinem Tod im Jahre 1944 wurde Renault
zum Staatsbetrieb und erlangte vor allem durch
seine Fahrzeuge der kleinen Klasse Weltruhm. großen
Anteil am Erfolg der Firma hatte der Motorsport,
dem die Fira lange Zeit mit viel Engagement nachging
und sich dabei die Unterstützung so bekannter
Leute wie Amédée Gordini oder James
Rédélé sicherte.
Riley
Das Schicksal von Riley ist typisch für das
vieler renommierter englischer Firmen. 1898 gegründet,
erwarb sich Riley rasch einen guten Ruf. Die Autos
aus Cocentry galten als sehr sportlich und in
einigen Punkten fortschrittlich, errangen beachtliche
Rennerfolge - und fanden trotzdem nicht in dem
Maße Käufer, um sicher durch die dreißiger
jahre zu kommen. Also wurde die Firma 1938 von
der Nuffield Grouß geschluckt, wodurch sie
mehr und mehr ihre Eigenständigkeit verlor.
1969 wurde das letzte Auto mit dem Markennamen
Riley gebaut.
Rolls-Royce
Es gibt kaum eine Automarke auf der Welt, die
einen so guten Ruf hat, so bekannt und natürlich
so kostspielig ist wie Rolls-Royce. Die von Frederick
Henry Royce, dem Tüftler, dem Perfektionisten
und begnadeten Technicker und dem Playboy und
exzellenten Public-Relations-Mann Charles Stuart
Rolls gegründete Firma gilt überall
als der Luxuswagen-Hersteller überhaupt -
was nicht zuletzt daran liegt, dass man lange
Zeit in edler Bescheidenheit behauptete, das beste
Auto der Welt zu bauen.
Rover
Dem massensterben in der englischen Autoindustrie
konnte Rover verhältnismäßig lange
standhalten: erst 1966 verlor die Firma ihre Unabhängigkeit
und wurde British Leyland eingegliedert, existiert
aber heute noch. schon vor über hundert Jahren
gegründet, stieg die in der autostadt Coventry
ansässige Firma 1904 ins Autogeschäft
ein und wurde nach 1945 durch hervorragend gebaute
Fahrzeuge der oberen Mittelklasse bekannt, die
wegen ihrer hohen Qualität in England als
"Poor Man's Tolls-Royce" apostrophiert
wurden.
S
Saab
Die schwedische Firma Saab wurde 1937 als reine
Flugzeugfabrik gegründet - was sich schon
aus dem Namen ergibt, denn Saab steht für
"Svenska Aeroplan Aktiebolaget", was
soviel wir Schwedische Flugzeug Aktiengesellschaft
bedeutet. Baute man zunächst Kampfflugzeuge,
so versuchte sich Saab nach dem Zweiten Weltkrieg
ein weiteres Standbein zu schaffen - eben durch
die Herstellung von Psersonenwagen. Und ging dabei
eigene Wege, wie schon die ersten Produkte des
Hauses deutlich zeigten.
Shelby
Carroll Shelby, eine der charismatischen Figuren
der amerikanische Autoszene, hatte seine Rennfahrer-Karriere
1960 wegen eines Herzleidens beenden müssen,
züchtete erst Hühner und baute dann
Autos. Und was für welche: Seine Idee, in
den englischen AC Covra bärenstarke Ford
V8-Motoren zu setzen, sorgte für eines der
brutalsten Autos, das jemals am öffentlichen
Straßenverkehr teilnehmen durfte. Außerdem
managte Shelby die Ford-Siegesserie auf europäischen
Rennstrecken Mitte der sechziger Jahre und war
an der Entwicklung etwa des Sunbeam Tiger beteiligt.
Siata
Viele Sportwagen-Liebhaber schnalzen mit der Zunge,
wenn der Name Siata fällt: Die 1926 in Turin
gegründete kleine Firma fertigte eine Reihe
wundervoller Autos wie etwa die verschiedenen
Typen der 208-Baureihe, die auf dem Fiat 8V basierten.
In den fünfziger und sechziger Jahren konzentrierte
man sich auf Fiat 500 und 600-Modelle, die man
adrett einkleidete. Leider blieb für solches
Spezialistentum immer weniger Raum - und so mußte
die Marke mit dem wohlklingenden Namen 1970 ihre
Pforten schließen.
Spatz
Eine der schillerndsten Persönlichkeiten
jener bundesdeutschn Kleinwagen-Bewegung, die
in den frühen fünfziger Jahren ins Rollen
kam. hieß Egon Brütsch. Der Konstrukteur
- er stammte aus begütertem Hause - hatte
eine sehr gute Meinung von sich selbst: "Ich
glaube für mich in Anspruch nehmen zu dürfen,
dass die Qualität meiner Konstruktionen,
deren ... Formschönheit und Zweckmäßigkeit
bis heute im Kleinwagenbau unerreicht bleiben
..." Da war sogar was dran, denn gute Ideen
hatte Brütsch. Leider reichte das nicht aus,
wie gerade der Spatz deutlich machte.
Studebaker
Jene Firma, die auf einen deutschen Einwanderer
namens Stuten-Becker aus Lübeck zurückging,
fertigte seit 1902 Autos - nachdem die Brüder
Henry und Clem Studebaker bereits 1852 mit dem
Bau von Pferdekutschen in South Bend begonnen
hatten. Leider zählte nach dem Zweiten Weltkrieg,
als die Kapitalkonzentration immer mehr zunahm
und der Konkurrenzkampf immer härter wurde,
eine lange Tradition nicht viel - und so geriet
die Firma in ernste Probleme. Ursächlich
für das Auto sollte aber letztendlich die
Fusion mit Packard sein.
T
Triumph
Erst verhältnismäßig spät,
nämlich 1923, tauchte das erste Auto mit
dem Markennamen Triumph auf und verhältnismäßig
schnell, nämlich Ende der dreißiger
Jahre, war die noch junge Firma in so ernste wirtschaftliche
Schwierigkeiten geraten, dass der Konkurs unvermeidlich
schoen und 1939 auch erfolgte. Ein neuer Besitzer
fand sich zwar, der aber wieder verkaufte, nachdem
ein deutscher Bombenangriff das gesamte Werksgelände
schwer beschädigt hatte. Also erwarb die
ebenfalls in Conventry ansässige Standard
Motor Company die traurigen Überreste.
V
Veritas
Ernst Loof, BMW-Mann mit Leib und Seele, setzte
schon kurze Zeit nach dem Krieg seine kleine,
Veritas genannte Autofirma in Gang. Unterstützt
von Lorenz Dietrich und "Schorsch" Meier,
fertigte man unter schwierigsten Bedingungen zunächst
in einer Mühle in Hausen die ersten Fahrzeuge,
um dann nach Meßkirch/Oberndorf und 1951
in die ehemalige Auto-Union-Boxen am Nürburgring
umzuziehen. Freilich fanden sich für die
sündhaft teuren Autos nur wenige Kunden.
Vespa
Die italienische Firma Piaggio ist durch die Konstruktion
und den Bau der Vespa-Roller weltberühmt
geworden. Aber neben diesen zweirädrigen
Wespen und den dreirädrigen Lastkarren, die
mit kreischendem Motor in abenteuerlicher Schräglage
südländische Straßen unsicher
machen, hatte die Firma kurze Zeit auch ein Fahrzeug
mit vier Rädern im Programm: den Vespa 400.
Da aber die Verkaufszahlen annährend den
Erwartungen entsprachen, verschwand dieses nette
kleine Auto schon bald wieder.
Volvo
Die Bezeichnung "Volvo" - lateinisch
für "ich rolle" tauchte vermutlich
um 1890 zum ersten Mal auf - damals noch nicht
in Zusammenhang mit der heute weltberühmten
gleichnamigen Automarke, sondern vielmehr als
Handelsbezeichnung für alle Arten von Kugel-
und Rollen-Lager. Aus irgendwelchen Gründen
verschwand der Name "Volvo" wieder -
bis die Herren Assar Gabrielsson und Gustaf Larson
ihn 1927 wiederaufleben ließen: Sie gründeten
in Göteborg eine Autofabrik und stellten
1927 den ersten Volvo genannten Personenwagen
auf die Räder.
VW
Noch immer ist der gute alte Käfer für
viele Menschen der VW schlechthin - und seine
Karriere begann viel früher als die des Volkswagenwerks:
Bereits am 17. Januar 1934 sprach sein Konstrukteur
Ferdinand Porsche, in Sachen eines "deutschen
Kleinwagens" beim Reichsverkehrsministerium
vor, rund vier Jahre später wurde der Grundstein
zur "Kraft-durch-Freude-Stadt" nahe
Fallersleben (heute Wolfsburg) gelegt. Aber erst
nach dem Krieg erlebte der ehemalige KdF-Wagen
seine Blüte - und mit ihm das Volkswagenwerk
mit seinem Direktor Heinrich Nordhoff an der Spitze.
W
Wartburg
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen Chemnitz, Zwickau
und Eisenach, lange jahre Zentren der deutschen
Autoindustrie, plötzlich in der sowjetisch
besetzten Zone, aus der am 7. Oktober 1949 die
DDR hervorging. Dort wurden weiterhin Autos gebaut:
In Eisenach, kontrolliert durch die sowjetische
SAG Autowelo, unter der Bezeichnung EMW, woraus
1952 der volkseigene Betrieb VEB Automobilwerk
Eisenach wurde. Nach dem sechszylindrischen EMW
stellte man hied den IFA F9 her, aus dem schließlich
der Wartburg hervorging.
Z
Zündapp
In den frühen fünfziger Jahren, als
der Roller- und Kleinwagen-Boom bei uns auf Hochtouren
lief, entwarf Claudius Dornier, Sohn des berühmten
Vaters, mit dem Dornier Delta einen der intelligentesten
Beiträge zum Thema Kleinstfahrzeug. Man wollte
das kleine Unikum eigentlich selbst herstellen,
doch dann hoben die Alliierten das Verbot, Flugzeuge
zu bauen, auf - und Dornier hatte plötzlich
andere Pläne. Also trat man das gesamte Projekt
an die in Nürnberg ansässige Firma Zündapp
ab, die tatsächlich die Serienproduktion
in Gang brachte.
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