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Firmenarchiv von A - Z


A

Abarth
Carlo Abarth, am 15. November 1908 in Wien geboren, kam in den vierziger Jahren nach Italien, wo er zunächst - gemeinsam mit einem gewissen Ferdinand Porsche - bei Cistitalia arbeitete. 1950 machte er sich selbstständig und gründete Abarth & Co. in Turin, eine kleine Firma, die sportliches Zubehör und schon bald komplette Fahrzeuge herstellte. Diese giftigen Autos (hauptsächlich auf Fiat- und Simca-Basis) mit dem Skorpion im Firmenemblem - dem Sternzeichen Carlo Abarths - dominierten lange Jahre die Rennstrecken. Aber trotz zahlreicher Erfolge (allein die Auspuffanlagen erlangten Weltruhm) mußte 1971 die Autoproduktion eingestellt und das Unternehmen in den Fiat-Konzern eingegliedert werden. Carlo Abarth verstarb 1979.

Alfa Romeo
Auf dem Pariser Salon 1949 präsentierte Alfa Romeo den 1900 - und leitete damit einen neuen Abschnitt in der Firmengeschichte ein: Bis dahin fertige die traditionsreiche, 1910 gegründete Firma, neben Rennwagen extrem teure Straßenfahrzeuge der Nobelklasse, die zwar in hohem Ansehen standen, aber kaum Käufer fanden. Resultat: Das Mailänder Unternehmen geriet in die Krise. Das sollte sich erst ändern, als zeitgemäße Konstruktionen lanciert wurden.

Alpine
Jean Rédélé, Rallyefahrer und Besitzer einer Renault-Niederlassung im französischen Dieppe, konnte schon 1952 sein erstes eigenes Auto auf die Räder stellen. Es hieß Alpine A 106 und basierte - für Rédélé eine Selbstverständlichkeit - auf dem Renault 4 CV. Bis aber sowas wie eine Serienanfertigung anlief, sollten Jahre vergehen. Dann allerdings stellten sich rasch Erfolge ein, denn die kleinen Renner erwiesen sich als extrem wetrbewerbstauflich. Später wurde die Firma von Renault übernommen.

Alvis
Die 1919 in Warwickshire gegründete Firma machte vor allem in den dreißiger Jahren von sich reden. Durch hochkarätigem sehr sportliche Automobile, die preislich wie leistungsmäßig dicht an die Bentleys heranreichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte die Firma - unterstützt von Alec Issigonis, der später als Konstrukteur des Mini Weltruhm erlangen sollte - an diese Tradition an und lancierte eine Reihe prachtvoller Automobile, nach denen die Nachfrage freilich mehr und mehr zurückging. 1965 kam Alvis unter Rover-Kontrolle und stellte zwei Jahre später die PKW-Produktion ein.

AMC
Bereits 1954 hatten sich Nash und Hudson zur American Motors Corporation vereinigt, um künftig das bisherige Modell Rambler nun als eigene Marke anzubieten. Nicht für lange: Bereits 1966 lancierte man seine Produkte unter dem Namen American Motors (oder AMC) - in der Hoffnung, den "Großen Drei" (General Motors, Ford und Chrysler) besser paroli bieten zu können. Vergeblich: Mittlerweile ist American Motors vom Markt verschwunden.

Amphicar
Der Amphicar war das geistige Kind von Hans trippel, einem Experten auf dem Gebiet "seegängiger" Kraftfahrzeuge. Leider hatte er wie viele Konstrukteure und Tüftler jede Menge guter Ideen, aber leider nicht das nötige Geld, um sie zu realisieren. Mit dem Amphicar allerdings war es anders. Er fand im Großindustriellen Harald Quandt einen finazkräftigen Lizenznehmer. Das Auto, das Trippel ursprünglich als Eurocar Alligator vorgestellt hatte, wurde erst in Lübeck, dann in Berlin gebaut und von einer eigenen Vertriebsgesellsschaft ausgeliefert.

Aston Martin
Zu den berühmtesten Sportwagen-Fabrikaten der Welt zählt ohne Frage Aston Martin. 1914 von Lionel Martin und Robert Bamford gegründet, wurde das Unternehmen 1947 von Traktoren-König David Brown übernommen - womit gleichzeitig die Abkürzung "DB" in der Typenbezeichnung aller Modell bis 1972 erklärt ist.

Audi
Mit Audi lebte Mitte der sechziger Jahre eine berühmte deutsche Automarke wieder auf. Firmenpolitischer Hintergrund: Daimler-Benz verkaufte die 1958 erworbene Auto Union GmbH 1965 an das Volkswagenwerk, wo man noch im selben Jahr den ersten, schlicht Audi genannten Wagen lancierte. Mit beachtlichem Erfolg: Audis sind aus unserem heutigen Straßenbild nicht mehr wegzudenken.

Austin
Herbert Austin, vorher bei Wolseley tätig, gründete 1906 die Austin Motor Co. Ltd., die bis ende 1951 auf eigenen Füßen stand, sich dann aber mit der Nuffield Group (Morris, MG, Riley und Wolseley) zur British Motor Corporation zusammenschloß. Wodurch Europas größter Autokonzern entstand. Der Typenvielfalt tat das nicht gut: Viele eigenständige Konstruktionen verschwanden mit der Zeit bzw. wurden durch "Einheitsmodelle" ersetzt.

Austin Healey
Donald M. Healey, Sportfahrer, Entwicklungs-Ingenieur bei Riley, Humber und Triumph, hatte schon seine Karriere als Autoproduzent hinter sich, als er 1952 auf der Earls Court Motor show den Prototyp eines hinreißend geformten, auf Austin-Mechanik basierenden Sportwagens zeigte. BMC-Chef Leonard Lord war von diesem Auto so begeistert, dass er Donald Healey sofort sämtliche Rechte an dem Projekt abkaufte und damit den Grundstein zu einer langwährenden, sehr erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Austin und Healey legte.

Autobianchi
Autobianchi, 1899 in Mailand gegründet und später in der Versenkung verschwunden, wurde 1955 durch Fiat und den Reifenhersteller Pirelli zu neuem Leben erweckt. Mit Erfolg: Die kleinen Autos zum größten Teil Fiat-Modelle im Sonntagsanzug - verkauften sich gut, vor allem natürlich in ihrem Heimatland. Mittlerweile befindet sich Autobianchi unter Lancia-Regie.

AWS
Eigentlich keine so schlechte Idee: Ein Auto wie aus dem Stabilbaukasten. Preiswert herzustellen, praktisch und nicht zuletzt als Alternative für die alte Führerscheinklasse 4 Klientel gedacht, verzichtete der AWS auf jegliche ästhetische Gestaltung. Das von einem ehemaligen Borgward-Vertreter in Oberhöchstadt erdachte Minimalauto auf Goggomobil-Basis wurde zunächst als Piccolo in Oberbessingen, dann als Shopper in Berlin hergestellt.




B

Bentley
Verhältnismäßig spät - nämlich 1920 - von dem begnadeten Konstrukteur Walter Owen Bentley gegründet, sorgten die nach ihrem Schöpfer benannten Autos sofort für Furore - nicht nur in der feinen Welt, sondern auch auf der Rennstrecke. Allein die berühmten 24 Stunden von Les Mans wurden fünfmal gewonnen. Aber schon wenige Jahre später geriet die Firma in die Krise und wurde 1933 von Rolls-Royce übernommen. Damit blieb Bentley den Autofreunden erhalten, verlor aber mehr und mehr das eigene Profil.

Berkeley
Laurie (eigentlich Lawrence) Bond hieß der Konstrukteur der beim Wohnwagen-Hersteller Berkley Coachworks gebauten kleinen Renner, die mit drei oder vier Rädern und einem ebenso intelligenten wie ungewöhnlichen Kunststoff-Aufbau daherkamen. Von Motorrad-Motoren angetrieben, waren diese Leichtgewichte höllisch schnell und, wie ein englischer Tester vermerkte, "eine Herausforderung an den Mut und die Klugheit des Fahrers".

Bitter
Erich Bitter aus Schwelm war auf Abarth und Opel Rennen gefahren und hatte als treibende Kraft hinter dem Intermeccanica Indra, der technisch auf dem Opel Diplomat basierte, erste Erfahrungen in der Autoindustrie sammeln können. Er wußte also, was ih als Autobauer erwartete -hat sich trotz regelmäßig wiederkehrender Rückschläge und den damit verbundenen Zwangspausen nicht unterkriegen lassen.

Bizzarrini
Dr. Giotto Bizzarrini setzte sich sein eigenes Denkmal als Konstrukteur bei Ferrari, wo er an der Entwicklung des legendären 250 GTO beteiligt war. 1961 verließ er im Zorn die oberitalienische Edelschmiede und machte sich sofort selbstständig, gründete Bizzarrini S.p.A. in der Via Lulli 1 zu Livorno und beglückte die Sportwagenwelt mit hochkarätigen Boliden, die
preislich wie leistungsmäßig zur Spitze zählten. 1969 kam das Aus für die kleine Firma.

BMW
Die Nachkriegszeit stellte sich für die Bayerischen Motorenwerke als besonders düster dar. Im April 1945 etwa war der Führerbefehl "Tilly" ergangen, der die Sprengung des Münchener Stammwerkes vorsah, kurze Zeit später wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht die komplette Demontage der Fabrikanlage gefordert. Beides konnte Kurt Donath, BMW Chef in jener schweren Zeit, verhindern. Donath war es auch, der die Herstellung von Kochtöpfen verordnete und so BMW über die ersten Nachkriegsjahre hinwegrettete. Bis im April 1951 der staunenden Öffentlichkeit wieder ein Auto vorgestellt werden konnte.

Bond
Laurie Bond, der für die Konstruktion der Berkeley verantwortlich zeichnete, schuf auch jene kleinen Dreiräder, die seit 1949 gebaut wurden und seinen Namen trugen. Mitte der sechziger Jahre gesellten sich "richtige" Autos mit vier Rädern dazu, die in kleinen Stückzahlen bis 1971 das Auto-Angebot bereicherten. Schon zwei Jahre früher, 1969, war die Firma von Reliant übernommen worden.

Borgward
Carl F. Borgward gelang es nicht nur, sein Firmen-Imperium mit den Marken Borgward, Goliath und Lloyd über den Zweiten Weltkrieg zu retten, sondern sich obendrein die Unabhängigkeit zu erhalten. Eine geschichte Modellpolitik und unbestreitbare Qualität konnten nicht verhindern, dass gegen Ende der 50er Jahre die Firmengruppe ins Schleudern kam. Alle Rettungsversuche sollten sich als vergeblich erweisen: Im September 1961 erfolgte der endgültige Zusammenbruch.

Buick
Die 1903 von David Buick gegründete Firma gehörte seit 1908 zu General Motors, zählte also zu den "Gründungsmitgliedern" des Konzerns. Mit in einigen Punkten fortschrittlichen Merkmalen - Buick hatte sich etwa den ohv-Motoren verschrieben - rangierte die Autos aus Flint/Michigan preislich direkt unter Cadillac, der Nobelmarke von GM. Und verkauften sich dafür sehr gut, was nicht zuletzt am sehr teuren Kundenstamm der Firma lag.




C

Cadillac
Cadilac, bei General Motors zuständig für die Luxuswagen, hatte gegenüber Lincoln und Imperial (den Nobelmarken von Ford bzw. Chrysler) in Sachen Käufergunst stets die Nase vorn. Daran änderte nicht mal die Tatsache etwas, dass die US-Präsidenten Lincoln fuhren. Cadillac versuchte immer wieder mit ungewöhnlichen Autos an die Öffentlichkeit heranzutreten.

Champion (Maico)
1948, als der Kleinwagen-Boom in Westdeutschland langsam auf Touren kam, erschien ein von Hermann Holbein entworfener kleiner Zweisitzer auf dem Markt, der von seinen Schöpfern kühn Champion genannt wurde. Leider erwies sich bei der Namensgebung der Wunsch als Vater des Gedankens: Eher als Verlierer denn als Sieger erlebte der Champion eine wechselolle Laufbahn unter mehreren Herstellern, die allesamt nicht mal 12.000 Fahrzeuge zustande brachten.

Checker
Checker, in Kalamazoo/Michigan ansässig, baute Autos, die sich radikal von allen übrigen Produkten der amerikanischen Autoproduktion unterschieden: Statt Chrom, Flossen und schnellen Modellwechsel setzte man bei Checker auf Langlebigkeit, größtmöglichen Alltagstauglichkeit und einen geräumigen Innenraum. Dagegen legte man auf ein modisches Blechkleid kaum wert. Der Grund für diese ungewöhnliche Firmenpolitik: Checker baute über Jahrzehnte hinweg ausschließlich Taxis und lancierte erst 1960 den ersten "zivilen" Personenwagen. Leider mußte die Firma in den frühen 80er Jahren die Produktion einstellen.

Chevrolet
Seit einem halben Jahrhundert liegt Chevrolet mit Ford in erbittertem Kampf um Platz 1 der jährlichen Zulassungsstatistik - ein Kampf, aus dem fast immer Chevrolet als Sieger hervorgeht. Das 1911 gegründete und sechs Jahre später von General Motors übernommene Unternehmen fertigt innerhalb des Konzerns die preisgünstigen "Brot- und Butter"- Autos, was freilich nicht heißt, dass nicht immer wieder bemerkenswerte Kreationen darunter waren. Immerhin kommt amerikas Sportwagen Nr. 1, die Corvette von Chevrolet

Chrysler
In den fünfziger und sechziger Jahren war Chrysler Corporation mit den Marken Chrysler, De Solo, Dodge, Imperial undPlymouth gut im Geschäft, wobei Plymouth -ö als direkte Konkurrenz zu Chevrolet und Ford - sich meist auf Platz 3 der Zulassungsstatistik befand. Was nich zuletzt ein Verdienst der ungewöhnlichen Autos war, die sich im Programm befanden.

Citroen
André Citoen gründete 1919 die Marke, die mit dem Doppel-Winkel im Firmen-Emblem auf die Vergangenheit als Getriebe-Hersteller hinwies. Die gut durchkonstruierten Fahrzeuge fanden rasch Anklang, ohne dabei technischen Leckerbissen zu bieten. Das änderte sich 1934 mit Einführung des legendären TractionAvant, der den Frontantrieb salonfähig machte. André Citroen war da schon nicht mehr Chef der von ihm gegründeten Firma: Mißmanagement hatte zu einer schweren Krise geführt, die aus eigener Kraft nicht behoben werden konnte. Die Lösung: Reifenhersteller Michelin übernahm Citroen.




D

Daf
Nach dem Zweiten Weltkrieg leistete Van Doorne's Automobilfabrik NV (daf) Hollands einzigen erwähnenswerten Beitrag zur Autoproduktion. Vielleicht fühlte man sich bei Daf deshalb verpflichtet, etwas Originelles auf die Räder zu stellen - ein Anspruch, den man durchaus erfüllte.

Daimler
Dieses alte, ehrwürdige Unternehmen - 1893 als Daimler Motor Syndicate mit dem Ziel gegründet, Motoren nach Patent von Gottlieb Daimler in Lizenz zu bauen - überraschte immer wieder durch fortschrittliche Konstruktionen: Beispielsweise führte man schon 1931 die hydraulische Kupplung ein. Trotzdem gab man sich natürlich traditionsbewußt und stieg in den dreißiger Jahren mit bemerkenswerten Automobilien in die absolute Luxusklasse auf, wurde sogar zum alleinigen Hoflieferanten ernannt. Leider lief es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr so gut: Die Firma sackte in die roten Zahlen und wurde 1960 von Jaguar übernommen.

Delage
Die von Louis Delage 1905 gegründete Firma hatte sich ebenso teuren wie sportlich-luxuriösen Fahrzeugen verschrieben. Obwohl im Rennsport erfolgreich und von Prominenten gefahren, florierten die Geschäfte nicht. Delage wurde 1935 von Delahaye übernimmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das endgültige Aus: Der Siegeszug der selbsttragenden Karosserien raubte kleinen Exklusiv-Herstellern ihre Existenzgrundlage, die unsinnige französische Luxussteuer tat ein übriges: 1954 mußte man aufgeben.

DKW / Auto Union
Zwischen den beiden Weltkriegen lag DKW mit dem Bau und Verkauf kleiner, qualitätiv hochwertiger Autos gut im Geschäft und hätte auch nach 1945 vermutlich recht schnell wieder mit der Produktion beginnen können, hätte nicht die alten Fertigungsanlagen in Thüringen und damit in der Sowetisch Besetzten Zone gelegen. So konnte erst im Januar 1^949 die Auto Union GmbH ins Handelsregister von Ingolstadt eingetragen und ein Jahr später die ersten Autos in einem Werk in Düsseldorf gebaut werden. Nur acht Jahre später - 1958 - übernahm Daimler-Benz die Aktienmehrheit, verkaufte aber 1965 wieder an VW.

Dodge
Dodge, innerhalb des Chrysler-Konzerns zwischen Plymouth und De Soto angesiedelt, überraschte eigentlich nur zu Beginn der fünfziger Jahre mit spektakulären Konstruktionen, als Star-Designer Virgil Exner einige ungewöhnliche Showcars - wie den Dodge Firearrow - entwarf und bei Ghia in Turin einkleiden ließ. Ansonsten gab man sich eher bieder und versuchte, mit der jeweiligen Moderichtung Schritt zu halten. Immerhin ging man 1960 - früh für amerikanische Verhältnisse - zur selbsttragenden Bauweise über.




E

Enzmann
Die Schweiz hat viel zu bieten - nur keine Automarken. Folglich staunten die Besucher der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im September 1957 nicht schlecht, als ihnen ein schicker Sportwagen aus dem Eidgenössichen präsentiert wurde. Vater und Sohn Enzmann, Multi-Unternehmer der ältere, Arzt der jüngere - hatten ihn auf die Räder gestellt und ihm ihren Namen gegeben. Noch erstaunlicher war freilich, dass sie sogar eine Kleinstserie in Gang brachten.

Excalibur
Excalibur der Mitte der sechziger Jahre präsentiert wurde. Diese von Brooks Stevens geschaffene Marke perfektionierte die Kombination von moderner Großserientechnik mit "altertümlichem" Aussehen - sehr zur Freude der meist in und um Hollywood ansässigen Kundschaft.




F

Facel Vega
Nur zehn Jahre lang - von 1954 bis 1964 - stellte Jean Daninos Autos her - aber was für welche. Mit ihrem fetten V8-Triebwerken amerikanischer Herkunft zählten die ebenso exklusiven wie bärenstarken Nobelautos zum Schnellsten, was man kaufen konnte. Trotzdem ging es mit Facel (Forges et Ateliers de Construction d'Eure et Loire) bergab - ironischerweise durch jenen kleinen Facel Vega, mit dem sich Daninos neue Käuferschichten erschließen wollte. Zu Beginn der fünfziger Jahre baute die Firma Karosserien etwa für Simca.

Ferrari
Dass es faszinierende Autos auf der Welt gibt, wird niemand leugnen, dass Ferrari dazuzählt, erst recht nicht. Woher aber diese fast schon an Hysterie grenzende Begeisterung kommt, die in sich überschlagenden Preise für die edlen vierrädrigen Geschöpfe aus Maranello am deutlichsten wird, hat bisher niemand ergründet. Alleine an der schillernden Persönlichkeit Enzo Ferraris kann es nicht liegen, ebensowenig an den unzähligen Weltmeisterschaften und Rennsiegen, die man einheimste, oder am V12-Motor. Auch hier macht es die Mischung aus vielen Faktoren, die den Mythos Ferrari bedingt.

Fiat
Fiat, der im italienischen Turin ansässige Auto-Gigant, verkaufte seine Produkte auch bei uns hervorragend. Lange Zeit durch seinen deutschen Ableger NSU-Fiat vertreten, versuchte die "Fabbrica Italiana Automobili Torino" in allen Klassen präsent zu sein. Das gelang, allerdings zeigte sich, dass die Italiener stets in der mittleren und vorallem kleinen Klasse am erfolgreichsten waren.

Ford
Wie mancher große Konzern ließ auch die mächtige Ford Motor Company einige ihrer Produkte in Deutschland fertigen: So entstand seit 1925 das berühmte Ford Modell T in Berlin. Aber die Amerikaner wollten eine eigenständige Fabrikation. Also reiste Auto-König Henry Ford, der nicht nur durch seine Autos, sondern auch durch seine wirtschaftspolitischen Theorien weltberühmt geworden war, höchstpersönlich nach Köln-Niehl, um am 2. Oktober 1930 gemeinsan mit Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer den Grundstein für die neuen Ford-Werke zu legen. Schon kurze Zeit später rollten die ersten Autos vom Band.

Fuldamobil
Wie viele unternehmenslustige Herren versuchte auch Nobert Stevenson, Anfang der 50er Jahre mit einem Kleinstwagen ins Geschäft zu kommen. Das gelang dem Konstrukteur, allerdings mit nur bescheidenem Erfolg: Die erst drei-, dann vierrädrigen Wägelchen wurden zunächst ausschließlich beim Elektromaschinenbau Fulda, später gleichzeitig noch bei NWF in Wilhelmshaven gefertig. Ohne freilich große Stückzahlen zu erreichen. Daran änderte auch York Nobel nichts, der das Auto in England in Lizenz baute.




G

Gilbern
Nicht in England, sondern in Wales entstanden jene attraktive Fahrzeuge, die unter dem Markennamen Gilbern sich an sportlich ambitionierte Leute mit erhöhten Platzansprüchen wandten. Von den Herren Giles Smith und Bernard Friese - daher der Name - 1959 gegründet, hielt sich die in Llantwit/Pontypridd ansässsige Gilbern Sports Car Ltd. bis 1973 im Geschäft, dann miußte man die Fabriktore schließen.

Ginetta
Vielleicht waren die "Fratelli" Maserati das Vorbild für die Walklett Brüder Bob, Daouglas, Ivor und Trevor, jedenfallst starteten die vier bereits 1957 eine kleine Autoschmiede in Woodbridge, Suffolk, die 1962 - nun unter dem Namen Ginetta Cars Ltd. - nach Witham, Essex, verlegt wurde. Das Erstaunlichste an der Sache: Ginetta gibt es heute noch (nun aber in Scunthorpe, South Humberside)

Glas
Es war eine Karriere wie aus dem Wirtschaftswunder-Bilderbuch: Innerhalb von wenigen Jahren hatte sich die in Dingolfing gelegene Hans Glas GmbH von Landmaschinen-Hersteller zum angesehenen Autoproduzenten gemausert. Der Weitblick von Seniorchef Hans Glas machte es möglich: Ihm war klar, dass in der jungen Bundesrepublik die Nachfrage nach Motorrollern und Kleinwagen sprunghaft steigen würde - also bot man die entsprechenden Fahrzeuge an. Und hatte großen Erfolg. Der Versuch freilich, in der Mittel- oder gar Luxusklasse Fuß zu fassen, scheiterte. Ende 1966 wurde die Firma von BMW übernommen.

Goliath
Die zum Borgward-Konzern gehörende Goliath-Werk GmbH wurde von Carl. F. Borgward 1948 gegründet - die Ursprünge der Marke gehen freilich auf das jahr 1914 zurück, als die Hansa-Lloyd-Werke entstanden. Diese Firma schloß sich 1931 wiederum mit Goliath zu den Hansa-Lloyd & Goliath-Werken zusammen, aus denen nach dem Kriege Borgward, Lloyd und eben Goliath hervorgehen sollten. In den fünfziger Jahre rangierte die Marke zwischen Lloyd und Borgward und verschwand wie diese nach der Borgward-Pleite von der Bildfläche.




H

Heinkel
Wie viele deutsche Flugzeug-Konstrukteure, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst arbeitslos waren, versuchte sich auf Professor Ernst Heinkel mit einem von ihm konstruierten und gebauten Kabinenroller. Das Erstaunliche daran: Obwohl seine Kabine formal, aber auch in technischen Details der Isetta ähnelte, legte BMW gegen den Bau dieses kleinen Fahrzeugs kein Veto ein.

Hillman
Back to the roots: Die Wurzeln von Hillmann reichen bis ins Jahr 1907 zurück, als die Herren William Hillman und Louis Coatalen die Hillman.Contalen Motor Car Co Ltd. in Coventry gründeten. 21 Jahre später wurde die Firma dem Konzern der Brüder William und Reginald Roots einverleibt, wo sie vis 1976 blieb. Dann verschwand die Marke, nachdem 1964 Chrysler die Mehrheitsanteile von Rootes erworben hatte. Was von der einst kerngesunden Rootes-Firmengruppe übrig blieb, wechselte 1979 erneut den Besitzer: Chrysler verkaufte an Peugeot.

Honda
Soichiro Honda hatte mit dem Bau von Motorrädern ein Weltunternehmen geschaffen, als es sich 1962 entschloß, in die Autoproduktion einzusteigen. Er fing das sehr geschickt an, denn etwa gleichzeitig mit dem Beginn der Serienfertigung ließ Honda Formel-1 Rennwagen, die von V12-Triebwerken angetrieben wurden, an den Start gehen. Das sorgte natürlich gleich für das richtige Image, auch wenn die ganz großen Triumphe den Formel-Wagen versagt blieben.




I

Intermeccanica
Contruzione Automobili Intermeccanica, ein nahe Turin gelegenes kleines Unternehmen, hatte sich auf die Konstruktion und Bau von Kleinserien spezialisiert. Dabei verfügte man über erstaunlich gute Kontakte zu den Vereinigten Staaten, fertigte etwa für das ehrgeizige Apollo-Sportwagenprojekt in den frühen sechziger Jahren die Aluminium-Karosserien. Später stellte man Hochleistungs.Sportwagen in eigener Regie her, die zunächst von Ford, dann von General-Motors-Triebwerken beflügelt werden.




J

Jaguar
Die britische Nobelmarke Jaguar - von sir William Lyons in den dreißiger Jahren gegründet - firmierte anfangs unter dem Kürzel S.S. (Swallow Sidecar). Erst nach 1945 avancierte die Typenbezeichnung Jaguar zum Markennamen - aus dem einfachen Grund, weil jede Erinnerung an die Hitlersche SS vermieden werden sollte. Lyons hatte sofort Erfolg mit seinen wundervoll geformten, schnellen und dabei relativ preisgünstigen Automobilen - vor allem in den USA, dem neuen gelobten Sportwagen-Land.




K

Kleinschnittger
Paul Kleinschnittger, einer der ideenreichsten Konstrukteure der Nachkriegszeit, sorgte für einige bemerkenswerte Schöpfungen, als der Roller- und Kleinwagenboom so richtig auf Touren kam- etwa für einen Motorroller, für den es gegen Aufpreis eine zweiteilige Luftmatraze gab, mittels der - rechts und links am Fahrzeug befestigt - sogar der Betrieb zu Wasser möglich sein sollte. Ob es jemand versuchte, ist nicht überliefert.




L

Lagonda
Nachdem Walter Owen Bentley mit seiner eigenen, nach ihm benannten Marke gescheitert war - für Kenner der Materie mußte das so kommen: Die Autos waren einfach zu gut, als dass man mit ihnen hätte viel verdienen können, trat er als Chefkonstrukteur bei Lagonda ein. Diese schon 1906 vom Amerikaner Wilbur Gunn im englischen Staines gegründete Nobelmarke fertigte erlesene Automobile technisch aufwendig und sehr teuer. 1947 geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Aston-Martin-Besitzer David Broen aufgekauft.

Lamborghini
Ferrucci Lamborghini, einbegüterter Industrieller aus Oberitalien war von sämtlichen Hochleistungs-Sportwagen, die er sich im Lauf der Zeit zulegte, wenig angetan - so wenig, dass er beschloß, es besser zu machen. Also stampfte er in Sant'Agata Bolognese eine supermoderne Autofabrik aus dem Boden, heuerte namhafte Konstrukteure an - Giotto Bizzarrini etwa, der sich von Ferrari im Zorn getrennt hatte, oder Giampaolo Dallara - und ließ die Produktion anlaufen.

Lancia
Vincenzi Lancia gründete 1906 die Fabbrica Automobili Lancia e Cia in Turin, ein Unternehmen, das sich vor allem mit dem Anfang der zwanziger Jahre gezeigten Lambda einen Namen machen sollte. Bereits mit selbsttragender Karosserie und Vierradbremse ausgerüstet, wartete dieses Modell mit einer Reihe von Merkmalen auf, die lange Jahre typisch für diese hochwertiegen Autos sein sollte: vertikal angebrachte vordere Schraubenferdern etwa und ein V-Motor mit kleinen Zylinderwinkel. 1969 kam Lancia unter Fiat-Fittiche.

Lincoln
Henry M. Leland kam von Cadillac, als er 1921 eine eigene Konstruktion unter der Bezeichnung Lincoln lancierte. Leider ging das Experiment nicht gut aus, denn das in Detroit/Michigan ansässige Unternehmen geriet in Bedrängnis und wurde schon 1922 von der Ford Motor Co. geschluckt. Fortan sorgte Lincoln für die Luxusfahrzeuge des Konzerns, mit einer Ausnahme: 1956 hatte man ein Continental genanntes Luxus-Coupé geschaffen und zur eigenen Marke - der Continental Division - erhoben.

Lloyd
Es waren durchaus fortschrittliche kleine autos, die die zur Borgward-gruppe gehörenden Lloyd Motoren Werke GmbH in Bremen herstellten. Robus und solide gebaut, dazu nett anzuschauen, erfreuten sie sich zurecht großer Beliebtheit. Das unvermeidliche Kleinwagen-Image sollte sich allerdings als immer größerer Hemmschuh erweisen, wie die arabella deutlich zeigte. 1961 mußte man die Produktion einstellen. Die Borgward-Pleite riß natürlich auch Lloyd mit in die Tiefe.

Lotus
Der Name Lotus ist untrennbar mit Colin Chapman verbunden, dem 1983 plötzlich verstorbenen Firmengründer und Konstrukteur. Chapman hatte als 19-jähriger Student der Technischen Universität London sein erstes Auto, einen Gelände-Sportwagen, gebaut und dieses Gefährt im Lauf der Zeit so perfektioniert, dass seine damalige Freundin anregte, eine kleine Serienfertigung davon anlaufen zu lassen. Chapman ließ sich überzeugen und gründete 1952 die "Lotus Engineering Company". Mit überwältigendem Erfolg, wie etwa Formel1-Weltmeisterschaften und hochkarätige Sportwagen belegen.




M

< Maserati
Neben Ferrari war Maserati der italienische Super-Sportwagen schlechthin. Die kleine Firma, die den Dreizack des Neptun im Firmenemblem führte, wurde 1926 von den Maserati-brüdern Alfieri Bindo, Ernesto und Ettore ins Leben gerufen. aber schon 11 jahre später ins Industrie-Imperium der Orsinis eingegliedert. Die Firma, von der Ende der sechziger Jahre Citroen die Mehrheitsanteile erwarb, stand stets etwas im Schatten von Ferrari.

Mercedes-Benz
Die meisten Automobilliebhaber sind sich darüber einig, dass Daimler-Benz 1886 das erste Auto der Welt baute. Ganz so einfach lagen die Dinge allerdings nicht, denn zunächst arbeiteten Gottfried Daimler in Cannstatt und Carl Benz in Mannheim unabhängig voneinander an ihren kühnen Plänen. Erst am 29. Juni 1926 schlossen sich ihre beiden Firmen zur Daimler-Benz AG zusammen - und erst da stellten sich die ganz großen Erfolge ein. Heute nimmt Mercedes eine Spitzenstellung ein.

Messerschmitt
Der Initiator des Messerschmitt hieß Fritz Fend, ein in Rosenheim lebender Ingenieur, der eigentlich aus der Flugzeugbranche kam. Da sich auf diesem Gebiet im Nachkriegs-Deutschland zunächst nichts tat, verlegte sich Fend auf den Bau von Kriegsversehrten-Fahrzeugen, bei deren Herstellung er aerodynamische Gesichtspunkte ebenso in den Vordergrund stellte wie konsequenten Leichtbau. Die gleichen Prinzipien kennzeichneten denb zunächst von Messerschmitt, dann von FMR gebauten Kabinenroller.

MG
Zu den berühmtesten Sportwagen-Marken überhaupt zählt MG, jene englische Firma mit dem achteckigen Firmenemblem, die ihre Bezeichnung aus der abkürzung Morris-Garage herleitet. Von Cecil Komber, der 1923 seinen ersten MG fertigte, gegründet, wurde MG in die Nuffiel Group, das Industrie-Imperium von Sir William Morris, eingegliedert. Den nächsten wichtigen schritt in der Firmengeschichte markiert das Jahr 1951, als Austin und die Nuffield Group sich zu BMC zusammenschlossen. Dieser Konzern blieb bis Mai 1968, als British Leyland entstand, bestehen.

Mini
Dieses geniale von Sir Alec Issigonis entworfene kleine Auto war zu seiner Zeit um Jahr voraus und bestimmte schon damals das noch heute gültige Kleinwagenkonzept. Als noch die Heckmotor-Bauweise im Kleinwagenbau dominierte, setzte Issigonis, der schon Morris Minor entworfen hatte, als einen vorne querliegenden Vierzylinder mit direkt darunter angeordnetem Viergang-Getriebe. Dazu kamen Frontantrieb und eine Karosserie, die selbsttragend, aber mit vorderem und hinterem Hilfsrahmen von winzigen 10-Zoll-Rädern begrenzt wurde.

Monteverdi
Wer Monteverdi heißt, kann eigentlich nur zwei Dinge tun: Musik komponieren oder Luxusautos bauen. Peter Monteverdi entschied sich für die zweite Möglichkeit - schließlich hatte sein direkter Vorfahre Claudio Monteverdi (1567-1643) mit seinem musikalischen Werk dem Familiennamen bereits klangvolle Bedeutung verschafft.




N

NSU
Ende der zwanziger Jahre errichtete NSU in Heilbronn ein nagelneues Autowerk, das von Fiat kurzerhand gekauft und lange Jahre betrieben wurde. Dort entstanden als NSU-Fiat angeboten, bestimmte Typen des italienischen Großkonzerns. Wenigstens formal behielt sich die Firma Eigenständigkeit vor und stellte einige adrette Sondermodelle auf die Räder. Die Autos aus Heilbronn firmierten seit Mitte der sechziger Jahre unter der Bezeichnung Neckar, um Verwechslungen zu NSU, wo ebenfalls wieder Autos gebaut wurden zu vermeiden.




O

Opel
Die Firma steht seit Ende der zwanziger Jahre unter amerikanischer Kontrolle. Im März 1929 erwarb General Motors 80 % der Opel-Aktien für knapp 26 Millionen Dollar. Opel geriet in der folgezeit kräftig in den Aufwind und konnte 1940 den Bau des einmillionsten Opel vermelden. Kurze Zeit später mußte die PKW-Produktion gestoppt werdenm erst 1946 wurde sie in bescheidenem Rahmen wiederaufgenommen. Man erstellte den Blitz im schwer beschädigten Werk Rüsselsheim, während das in der sowjetischen Zone liegende Werk Brandenburg endgültig verloren war.




P

Peugeot
Wie Panhard ist Peugeot eine sehr alte Autofabrik, deren Wurzeln ins Jahr 1889 zurückreichen. Peugeot hatte sich mit konservativ konstruierten und solide gebauten Automobilen einen guten Namen gemacht. Die Käufer wußten dies zu schätzen- und so liegt man hervorragend im Geschäft. Mittlerweilse ist Peugeot Teil des PSA-Konzerns (neben Talbot und Citroen).

Porsche
Zu jenen Konstrukteuren, die die über einhundertjährige Geschichte des Automobils entscheidend geprägt haben, gehört ohne Zweifel der am 3. September 1875 geborene Dr. Ferdinand Porsche, zu den renommiertesten Automarken der Welt die von ihm 1948 gegründete und nach ihm benannte Sportwagenschmieden die heute ihren Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen hat. Kurioserweise war für den ersten, heute Porsche Nr. 1 genannten Wagen nicht Ferdinand, sondern sein Sohn Ferry verantwortlich, auch hatte man bei dieser Konstruktion nicht das klassische, firmentypische Heckmotor-Prinzip verwirklicht, sondern auf Mittelmotor-Bauweise gesetzt.




R

Renault
Louis Renault stellte seine erste Kontruktion schon 1898 auf die Räder und führte seine Firma mit sehr unterschiedlichen Autos zum erfolg. Nach seinem Tod im Jahre 1944 wurde Renault zum Staatsbetrieb und erlangte vor allem durch seine Fahrzeuge der kleinen Klasse Weltruhm. großen Anteil am Erfolg der Firma hatte der Motorsport, dem die Fira lange Zeit mit viel Engagement nachging und sich dabei die Unterstützung so bekannter Leute wie Amédée Gordini oder James Rédélé sicherte.

Riley
Das Schicksal von Riley ist typisch für das vieler renommierter englischer Firmen. 1898 gegründet, erwarb sich Riley rasch einen guten Ruf. Die Autos aus Cocentry galten als sehr sportlich und in einigen Punkten fortschrittlich, errangen beachtliche Rennerfolge - und fanden trotzdem nicht in dem Maße Käufer, um sicher durch die dreißiger jahre zu kommen. Also wurde die Firma 1938 von der Nuffield Grouß geschluckt, wodurch sie mehr und mehr ihre Eigenständigkeit verlor. 1969 wurde das letzte Auto mit dem Markennamen Riley gebaut.

Rolls-Royce
Es gibt kaum eine Automarke auf der Welt, die einen so guten Ruf hat, so bekannt und natürlich so kostspielig ist wie Rolls-Royce. Die von Frederick Henry Royce, dem Tüftler, dem Perfektionisten und begnadeten Technicker und dem Playboy und exzellenten Public-Relations-Mann Charles Stuart Rolls gegründete Firma gilt überall als der Luxuswagen-Hersteller überhaupt - was nicht zuletzt daran liegt, dass man lange Zeit in edler Bescheidenheit behauptete, das beste Auto der Welt zu bauen.

Rover
Dem massensterben in der englischen Autoindustrie konnte Rover verhältnismäßig lange standhalten: erst 1966 verlor die Firma ihre Unabhängigkeit und wurde British Leyland eingegliedert, existiert aber heute noch. schon vor über hundert Jahren gegründet, stieg die in der autostadt Coventry ansässige Firma 1904 ins Autogeschäft ein und wurde nach 1945 durch hervorragend gebaute Fahrzeuge der oberen Mittelklasse bekannt, die wegen ihrer hohen Qualität in England als "Poor Man's Tolls-Royce" apostrophiert wurden.




S

Saab
Die schwedische Firma Saab wurde 1937 als reine Flugzeugfabrik gegründet - was sich schon aus dem Namen ergibt, denn Saab steht für "Svenska Aeroplan Aktiebolaget", was soviel wir Schwedische Flugzeug Aktiengesellschaft bedeutet. Baute man zunächst Kampfflugzeuge, so versuchte sich Saab nach dem Zweiten Weltkrieg ein weiteres Standbein zu schaffen - eben durch die Herstellung von Psersonenwagen. Und ging dabei eigene Wege, wie schon die ersten Produkte des Hauses deutlich zeigten.

Shelby
Carroll Shelby, eine der charismatischen Figuren der amerikanische Autoszene, hatte seine Rennfahrer-Karriere 1960 wegen eines Herzleidens beenden müssen, züchtete erst Hühner und baute dann Autos. Und was für welche: Seine Idee, in den englischen AC Covra bärenstarke Ford V8-Motoren zu setzen, sorgte für eines der brutalsten Autos, das jemals am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen durfte. Außerdem managte Shelby die Ford-Siegesserie auf europäischen Rennstrecken Mitte der sechziger Jahre und war an der Entwicklung etwa des Sunbeam Tiger beteiligt.

Siata
Viele Sportwagen-Liebhaber schnalzen mit der Zunge, wenn der Name Siata fällt: Die 1926 in Turin gegründete kleine Firma fertigte eine Reihe wundervoller Autos wie etwa die verschiedenen Typen der 208-Baureihe, die auf dem Fiat 8V basierten. In den fünfziger und sechziger Jahren konzentrierte man sich auf Fiat 500 und 600-Modelle, die man adrett einkleidete. Leider blieb für solches Spezialistentum immer weniger Raum - und so mußte die Marke mit dem wohlklingenden Namen 1970 ihre Pforten schließen.

Spatz
Eine der schillerndsten Persönlichkeiten jener bundesdeutschn Kleinwagen-Bewegung, die in den frühen fünfziger Jahren ins Rollen kam. hieß Egon Brütsch. Der Konstrukteur - er stammte aus begütertem Hause - hatte eine sehr gute Meinung von sich selbst: "Ich glaube für mich in Anspruch nehmen zu dürfen, dass die Qualität meiner Konstruktionen, deren ... Formschönheit und Zweckmäßigkeit bis heute im Kleinwagenbau unerreicht bleiben ..." Da war sogar was dran, denn gute Ideen hatte Brütsch. Leider reichte das nicht aus, wie gerade der Spatz deutlich machte.

Studebaker
Jene Firma, die auf einen deutschen Einwanderer namens Stuten-Becker aus Lübeck zurückging, fertigte seit 1902 Autos - nachdem die Brüder Henry und Clem Studebaker bereits 1852 mit dem Bau von Pferdekutschen in South Bend begonnen hatten. Leider zählte nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Kapitalkonzentration immer mehr zunahm und der Konkurrenzkampf immer härter wurde, eine lange Tradition nicht viel - und so geriet die Firma in ernste Probleme. Ursächlich für das Auto sollte aber letztendlich die Fusion mit Packard sein.




T

Triumph
Erst verhältnismäßig spät, nämlich 1923, tauchte das erste Auto mit dem Markennamen Triumph auf und verhältnismäßig schnell, nämlich Ende der dreißiger Jahre, war die noch junge Firma in so ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, dass der Konkurs unvermeidlich schoen und 1939 auch erfolgte. Ein neuer Besitzer fand sich zwar, der aber wieder verkaufte, nachdem ein deutscher Bombenangriff das gesamte Werksgelände schwer beschädigt hatte. Also erwarb die ebenfalls in Conventry ansässige Standard Motor Company die traurigen Überreste.




V

Veritas
Ernst Loof, BMW-Mann mit Leib und Seele, setzte schon kurze Zeit nach dem Krieg seine kleine, Veritas genannte Autofirma in Gang. Unterstützt von Lorenz Dietrich und "Schorsch" Meier, fertigte man unter schwierigsten Bedingungen zunächst in einer Mühle in Hausen die ersten Fahrzeuge, um dann nach Meßkirch/Oberndorf und 1951 in die ehemalige Auto-Union-Boxen am Nürburgring umzuziehen. Freilich fanden sich für die sündhaft teuren Autos nur wenige Kunden.


Vespa
Die italienische Firma Piaggio ist durch die Konstruktion und den Bau der Vespa-Roller weltberühmt geworden. Aber neben diesen zweirädrigen Wespen und den dreirädrigen Lastkarren, die mit kreischendem Motor in abenteuerlicher Schräglage südländische Straßen unsicher machen, hatte die Firma kurze Zeit auch ein Fahrzeug mit vier Rädern im Programm: den Vespa 400. Da aber die Verkaufszahlen annährend den Erwartungen entsprachen, verschwand dieses nette kleine Auto schon bald wieder.


Volvo
Die Bezeichnung "Volvo" - lateinisch für "ich rolle" tauchte vermutlich um 1890 zum ersten Mal auf - damals noch nicht in Zusammenhang mit der heute weltberühmten gleichnamigen Automarke, sondern vielmehr als Handelsbezeichnung für alle Arten von Kugel- und Rollen-Lager. Aus irgendwelchen Gründen verschwand der Name "Volvo" wieder - bis die Herren Assar Gabrielsson und Gustaf Larson ihn 1927 wiederaufleben ließen: Sie gründeten in Göteborg eine Autofabrik und stellten 1927 den ersten Volvo genannten Personenwagen auf die Räder.


VW
Noch immer ist der gute alte Käfer für viele Menschen der VW schlechthin - und seine Karriere begann viel früher als die des Volkswagenwerks: Bereits am 17. Januar 1934 sprach sein Konstrukteur Ferdinand Porsche, in Sachen eines "deutschen Kleinwagens" beim Reichsverkehrsministerium vor, rund vier Jahre später wurde der Grundstein zur "Kraft-durch-Freude-Stadt" nahe Fallersleben (heute Wolfsburg) gelegt. Aber erst nach dem Krieg erlebte der ehemalige KdF-Wagen seine Blüte - und mit ihm das Volkswagenwerk mit seinem Direktor Heinrich Nordhoff an der Spitze.




W

Wartburg
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen Chemnitz, Zwickau und Eisenach, lange jahre Zentren der deutschen Autoindustrie, plötzlich in der sowjetisch besetzten Zone, aus der am 7. Oktober 1949 die DDR hervorging. Dort wurden weiterhin Autos gebaut: In Eisenach, kontrolliert durch die sowjetische SAG Autowelo, unter der Bezeichnung EMW, woraus 1952 der volkseigene Betrieb VEB Automobilwerk Eisenach wurde. Nach dem sechszylindrischen EMW stellte man hied den IFA F9 her, aus dem schließlich der Wartburg hervorging.




Z

Zündapp
In den frühen fünfziger Jahren, als der Roller- und Kleinwagen-Boom bei uns auf Hochtouren lief, entwarf Claudius Dornier, Sohn des berühmten Vaters, mit dem Dornier Delta einen der intelligentesten Beiträge zum Thema Kleinstfahrzeug. Man wollte das kleine Unikum eigentlich selbst herstellen, doch dann hoben die Alliierten das Verbot, Flugzeuge zu bauen, auf - und Dornier hatte plötzlich andere Pläne. Also trat man das gesamte Projekt an die in Nürnberg ansässige Firma Zündapp ab, die tatsächlich die Serienproduktion in Gang brachte.